Windenergie

Der Stellenwert der Windenergie
Seit Jahrtausenden nutzt die Menschheit die Windenergie. Man denke zum Beispiel an Segelschiffe oder an die heute bereits historischen Windmühlen, die weit bis ins 20. Jahrhundert hinein dazu dienten, Getreide zu mahlen oder Wasser zu pumpen.

Dank technischer Fortentwicklungen nutzen moderne Windenergieanlagen die Kraft des Windes heute zur Stromerzeugung. Strom aus Wind - diese Art der Elektrizitätsgewinnung ist rundherum umweltfreundlich. Denn anders als bei konventionellen Kraftwerken führt der Betrieb von Windenergieanlagen nicht zur Ausbeutung der Natur. Auf nachhaltige Weise wird vielmehr ein Phänomen der Natur genutzt: die unerschöpfliche Quelle Wind. Dessen kinetische Energie wandeln heutige moderne Windenergieanlagen in elektrische Energie um, ohne dabei Mensch, Umwelt und Klima zu gefährden.

Im Gegensatz zur Stromerzeugung aus fossilen und atomaren Brennstoffen, entstehen beim laufenden Betrieb von Windenergieanlagen keine Schadstoffemissionen bzw. keine radioaktiven Abfälle.

Ein weiteres Plus der Quelle Wind ist, dass sie direkt zur Verfügung steht. Für die Stromproduktion aus Kohle und Uran dagegen müssen erst ganze Landstriche zerstört werden, um die Ausgangsmaterialien zu gewinnen.
Die Nutzung der Windenergie wirkt sich aber nicht nur positiv auf die Umwelt aus, sie schafft auch Arbeitsplätze.
Alte Windmühle
Allein in Deutschland hat der boomende Wirtschaftszweig Windenergie nach Angaben des
Bundesverbandes Windenergie (BWE) in den letzten Jahren rund 30.000 zukunftsfähige Arbeitsplätze in Planungsbüros, bei Herstellern und in der Zulieferindustrie geschaffen. Viele traditionelle Bereiche wie die Landwirtschaft und das Handwerk erhielten neue ökonomische Impulse.Der Umsatz der Windenergiebranche betrug nach Angaben des BWE im Jahr 2000 annähernd vier Milliarden DM (ca. 2 Mrd. Euro). Zusätzlich sichert die Windenergienutzung den Gemeinden wertvolle Steuereinnahmen. Und nicht zuletzt ist die Nutzung der Windenergie ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass sich mit einer ökologisch ausgerichteten Technologie signifikante ökonomische Erfolge erzielen lassen.

 
Der Markt für Windenergie in Spanien
Mit dem Kyoto-Protokoll aus dem Jahre 1997 einigten sich 160 Staaten darauf, die Emission der Treibhausgase bis spätestens zum Jahr 2012 um durchschnittlich mindestens 5 % gegenüber 1990 zu senken.

Die Entwicklung des deutschen Windenergiemarktes gilt inzwischen international als Musterbeispiel für die von vielen Ländern angestrebte Wende in der Energiepolitik. Hinsichtlich der weltweit bereits installierten Windkraftleistung, steht Deutschland vor den USA und Spanien, an erster Rangstelle.
Sonnenuntergang im Mittelmeer
Spanien hat im Jahr 1990 drei Viertel weniger Treibhausgase emittiert als Deutschland. Deshalb darf das Land im Rahmen des internationalen Klimaschutz-Abkommens seine Treibhausgas-Emissionen bis zum Zeitraum zwischen 2008 und 2012 sogar um 15 % erhöhen. Ein starkes Wirtschaftswachstum und ein stetig steigender Energiehunger haben allerdings dafür gesorgt, dass die Treibhausgas-Emissionen bereits bis Ende 1999 um 20 % und die energiebedingten Kohlendioxid-Emissionen sogar um 25 % emporgeschnellt sind. Für Spanien gilt es also, möglichst schnell die Notbremse zu ziehen und den Trend umzukehren, möchte es die Klimaschutzziele auch nur annähernd erreichen. Deshalb sollen auch in Spanien erneuerbare Energien künftig einen großen Beitrag zum Klimaschutz liefern. Spanien soll deren Anteil bei der Stromerzeugung nach EU-Vorgaben bis zum Jahr 2010 auf 29,4 % erhöhen.

Windrotoren lieferten im Jahr 2000 bereits 2,2 % des elektrischen Stroms. Fast 800 Megawatt sind allein im Jahr 2000 zugebaut worden. Bis zum Jahr 2010 soll sich die Windkraftleistung vervierfachen.

In den Bestimmungen des spanischen Erneuerbare-Energien-Gesetzes "Real Decreto 2818/1998" sind inzwischen erhöhte Einspeisevergütungen für aus erneuerbaren Energiequellen erzeugten Strom festgelegt.

Die Zahlen des staatlichen Energie-Instituts IDAE für die nächsten Jahre klingen sehr vielversprechend. Dass sie auch Substanz haben, zeigen die Entwicklungen der vergangenen Jahre und die im europäischen Vergleich verhältnismäßig guten Förderbedingungen. Spanien kann damit sein hoch gestecktes Ziel erreichen, den Anteil erneuerbarer Energien am Primärenergieaufkommen in den nächsten zehn Jahren um 135 % zu steigern. Bereits heute ist Spanien, neben Deutschland zu einem Motor der regenerativen Energienutzung geworden.